Die Faszination Afrikas, seiner wilden Tiere und wie man heute als Volontär vor Ort unterstützen kann!

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Wenn man an Afrika denkt, kommt einem direkt seine unglaubliche Tierwelt und die Weitläufigkeit des Landes in den Sinn. Die „BIG 5“ faszinieren und sind majestätisch anzuschauende Tiere, die in dieser exotischen Wildnis ihr zu Hause haben. Im 19. Jahrhundert noch gejagt stehen sie heute unter Artenschutz in vielen Nationalparks. Zu den BIG 5 zählt man den Elefant, das Nashorn, den Büffel, den Leopard und den Löwen. Den Begriff „BIG 5“ erhielten diese, weil sie zu Wildererzeiten im 19. und 20. Jahrhundert die 5 gefährlichsten Tiere waren, die man mit einer zu Fuß jagen konnte und als Trophäe (z. B. deren Hörner oder Felle) mit nach Hause nehmen konnte. Diese Zeiten sind zum größten Teil vorbei, Tierschutzgesetze wurden eingeführt und viele Nationalparks bieten Schutz an. Die Herausforderungen für Afrika und seine Tier-und Pflanzenwelt sind heute vorwiegend andere. Welche das sind fassen wir euch hier kurz zusammen. Im zweiten Teil erläutern wir euch darüber hinaus, mit welchen konkreten Aufgaben ihr in einem Wildreservat in Afrika betraut werden könnt:


HEUTIGE BEDROHUNGEN FÜR DIE TIERE AFRIKAS

Aussterben einzelner Tierarten

Besondere Tierarten wie der äthiopische Wolf oder der Berggorilla z. B. sind vom Aussterben bedroht. Um sie zu schützen müssen die Ranger trainiert und Schnüffelhunde ausgebildet werden, um Jäger aufzuspüren. Darüber hinaus ist es notwendig strengere Tierschutzgesetze zu schaffen. Es ist überlebenswichtig, dass Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung aufwachsen und leben können.


Private Zuchtfarmen

Durch die unglaublichen Summen, die einzelne Menschen bereit sind z. B. für den Abschuss eines Löwen zu zahlen (50.000 US Dollar sind durchaus normal) wird die Gier nach schnellem Geld vor Ort geweckt. Private Zuchtfarmen züchten die BIG 5 speziell zu diesem Zweck. Leider gibt es aktuell nur in Botswana ein komplettes Jagdverbot, was diese Situation noch begünstigt.


Traditionelle Medizin:

Leider gibt es immer noch die Idee, dass die traditionelle Medizin, z. B. das Horn des Nashorns hilft. Wichtig ist es hier, dass Menschen erkennen, dass dies unwirksam ist, um so die Tiere zu schützen.


Verschwindender Lebensraum

Die Modernisierung Afrikas bringt positive aber auch einige negative Konsequenzen mit sich. Der Vertrieb von Holzprodukten z. B. hilft den Wohlstand des Landes auszubauen – allerdings noch auf Kosten der Natur. Für 28 gefällte Bäume wird nur ein Baum wieder gepflanzt. Mit verheerenden Folgen. Mineralstoffe im Boden gehen verloren, der Klimawandel wird begünstigt, die Wasserversorgung wird reduziert und auch die Nahrungsmittelversorgung in der Region bedroht – und das in einer Region, die von Landwirtschaft abhängt. Wichtig ist hier, dass Anreize geschaffen werden für einen anderen Ansatz. wie eine nachhaltige Landwirtschaft bzw. die Etablierung eines Ökotourismus, damit das Land auch in vielen Jahren noch vielfältig sein kann.


Bevölkerungswachstum

Die exponentielle Zunahme der Bevölkerung führt leider auch zum Rückgang einiger Wildtierarten. Sogenanntes „Buschfleisch“, das illegal gejagt wird und sehr beliebt ist führt zu einem Rückgang in den Tierbeständen. 14 Tierarten sind besonders durch diese Entwicklung bedroht. Dazu gehören Giraffen, Gnus, Grevy Zebras, Warzenschweine und einige mehr.

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Eine grundsätzlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung ist für den Fortbestand Afrikas und seiner unglaublichen Vielfalt essentiell. Und das nicht nur mit Blick auf die Tiere sondern auch auf die Menschen, die dort leben. Zur Zeit befinden sich Mensch und Tier häufig noch in Konkurrenz miteinander – um Land, Ressourcen und Nahrungsmittel. Wichtig wäre zu erkennen, dass genau diese Vielfalt ein weltweit einzigartiges Merkmal ist, das nachhaltig genutzt für alle Seiten zu einer florierenden Entwicklung führen kann. Wenn z. B. statt eines Holzhandels als Einnahmequelle ein nachhaltiger Tourismus etabliert würde, z. B. mit Eco-Lodges für Touristen oder nachhaltiger Landwirschaft für weltweit konkurrenzfähige Produkte könnten am Ende alle davon profitieren – Mensch und Tier.


WERDE AKTIV UND PACKE MIT AN – DEINE ARBEIT ALS VOLONTÄR IM WILDRESERVAT


Was ist ein Wildreservat?

Bevor die oben-genannte Zukunftsversion Realität werden kann geht es aber im ersten Schritt immer noch darum, den heutigen Wildtierbestand ganz konsequent vor weiterem Rückgang zu schützen. Dazu gibt es in Afrika sogenannte Game Reserves, Wildtierreservate, die ein geschütztes Umfeld für diese bereit stellen. Diese Reservate sind oft unglaublich groß und repräsentieren so die natürliche Umgebung, in der die Tiere ein artgerechtes Leben führen können. In diesen Reservaten triffst du auf Menschen, die ihrer Arbeit im Tierschutz auf leidenschaftliche Weise nachgehen – Ranger, Veterinäre, Wissenschafter und Volontäre arbeiten Seite an Seite. Dabei beobachten sie den Wildtierbestand, kümmern sich um verletzte oder kranke Tiere, führen Forschungsarbeiten durch um Ideen für zukünftige Entwicklungen abzuleiten und verbessern die Lebensbedingungen für die Tiere hier. In einem Wildreservat kannst du so hinter die Kulissen blicken, in der täglichen Arbeit unterstützen und Einblick in die vor Ort durchgeführten Initiativen erhalten. 

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An welchen Aufgaben du teil nimmst wird jeweils von den aktuellen Bedarfen abhängen, die zu deinem Einsatzzeitpunkt bestehen. Um dir einen Einblick zu geben, womit sich ein Wildreservat befasst lies hier über die langfristigen Projekte, die vor Ort ausgeführt werden:


Langzeitprojekte: 


Tierbeobachtung: Ob Nashorn, Elefant oder Fleischfresser - durch die regelmäßige Überwachung können einzelne Tiere identifiziert und Informationen über ihre Familienstruktur gesammelt werden, sodass deren Fütterung und die Raumökologie bestimmt werden kann. Diese Daten helfen dabei, zukunftsfähige Entscheidungen für das Reservat zu treffen.


Tierzählung:  Jährliche Tierzählungen sind wichtig, um die Kapazität des Reservats zu bestimmen. Die Zählung der Wildtiere hilft bei der Entscheidung, wie das Verhältnis von Raub- zu Beutetieren aussieht und zu erkennen, wie sich die Tiere außer- und innerhalb des Reservats bewegen.


Tierrehabilitation: Hier werden verletzte Tiere gepflegt, die im Reservat oder seiner Umgebung gefunden wurden. Ziel ist es, kurzfristige Pflege zu ermöglichen und die Tiere dann wieder in ihre natürliche Umgebung zurück zu bringen. Ein Pflegeteam kümmert sich hier und fokussiert sich dabei vor allem auf Bildung und Bewusstseinsschaffung. So erhältst du wertvolle Einblicke in die Herausforderungen des Wildtiermanagements und der Mensch-Tier-Konflikte.


Kamera Trapping und Telemetrie Trapping: Die Überwachung der Tieraktivitäten ist wichtig, um auch visuelles Material zu erhalten, das für die Verwaltung des Reservats erforderlich ist. Telemetrietracking wird für einige Wildtiere wie Geparden und Leoparden verwendet. Dies ist vor allem deshalb nötig, weil einige Tiere sonst nur schwer zu beobachten wären.


Restaurierung und Wiederherstellung von Reservatlandschaften: Um die einstig unberührten Landschaften wieder zu altem Glanz zurück zu bringen ist es notwendig, alte Zaunlinien zu entfernen und degradiertes und überweidetes Land wieder zu renaturieren.


Forschungsprojekte: Diese zielen auf die Erhaltung des Reservats ab sowie dessen Weiterentwicklung. Diese Projekte werden oft in Verbindung mit lokalen und ausländischen Forschungsergebnissen durchgeführt, um z. B. Daten zu weniger bekannten Arten durchzuführen. Einst wurden z. B. fremde Pflanzen eingeführt – heute muss diese exotische Vielfalt wieder entfernt werden, um die natürliche Artenvielfalt aufrecht erhalten und wieder erweitern zu können sowie die Feuergefahr einzudämmen und die Wasserressourcen verfügbar zu haben.


Gemeindeprojekte: In einem Reservat geht es sehr viel um die Erhaltung der Natur und seiner Tiere - aber nicht nur. Es geht auch darum, wie eingangs beschrieben, die lokale und verarmte Bevölkerung zu unterstützen. Dabei spielt Bildung eine wichtige Rolle und die Vermittlung, warum der Erhalt der Natur und der Ressourcen so wichtig ist. Aber auch die ganz praktische Schaffung von Gemüsegärten, Recyclingprojekten oder das Gestalten von Klassenzimmern und Klettergerüsten hilft der Gemeinde.


Allgemeine Tätigkeiten: Dazu gehören z. B.  Tiermedizinische Arbeiten, Orientierung- und Naturspaziergang, Tierbeobachtung am Morgen, Unterstützung bei Nacht- und Wildereipatrouillen.


Neben der Arbeit im Wildreservat werden je nach Teilnahmezeitpunkt auch Vorträge angeboten, um die folgenden Themen noch näher kennen zu lernen:


Einführung in die Wildtiererhaltung in Südafrika

Überwachung von Wildtieren

Verstehen, wie Ökosysteme funktionieren

Spuren und Fährten von Wildtieren

Parasiten und Krankheiten der Natur

Pflanzen und Bäume für medizinische Zwecke

Methoden gegen die Wilderei

Die Rolle von Veterinären für die Erhaltung der Tierwelt

und vieles mehr…


Wenn du mehr über die Tour erfahren willst, bei der du dieses Projekt unterstützen kannst, lies hier was dich im Africa Explorer erwartet.