Geld können wir nachdrucken. Aber Teile der Natur verschwinden für immer, sobald sie einmal ausgestorben sind.

Wir scheinen die Weisheit der eingeborenen Völker verloren zu haben die besagte, dass die Grundlage jedes wichtigen Entschlusses diese Frage sein muss: "Wie wird sich diese Entscheidung auf die Menschen der Zukunft auswirken?" Heutzutage werden Entscheidungen vor allem mit Blick darauf getroffen, wie viel Profit dabei raus springt. (Jane Goodall).

Während die indigene Bevölkerung nur einen ganz kleinen Teil der weltweiten Gesamtoberfläche bewohnt und nutzt kümmert sie sich damit jedoch nahezu um die gesamte, weltweit verbleibende Biodiversität. Ein erfreulicher Dialog zwischen Wissenschaftlern und alteingesessenen einheimischen Gesellschaften hat begonnen. Eine neue Generation, die sich um das Thema Erhaltung bemüht, ist mittlerweile stark in diesem Thema engagiert. Die Erkenntnis, dass die schutzbedürftige Natur seine reiche Biodiversität vor allem den Praktiken der dort lebenden Menschen zu verdanken hat, setzt sich endlich durch. Und diese Menschen leben teilweise schon in vielen Generationen über mehrere Tausend Jahre dort. Diese Ureinwohner helfen maßgeblich unsere Umwelt zu schützen, den Klimawandel zu stoppen und bilden natürliche Widerstände gegen Naturkatastrophen. Dennoch sind die Rechte dieser Einwohner nicht immer ausreichend geschützt. Die Herausforderung, sie abzusichern in ihren Grundrechten und in die nachhaltige Entwicklung einzubinden bleibt bestehen.

Das Quichua-Volk (ausgesprochen: „Kichwa“), auch bekannt unter dem Namen Canelos Indians, war das erste Volk des Amazonasgebiets. Sie waren auch die ersten, die in die westliche Zivilisation integriert wurden. Ihre Grundüberzeugung besteht in der perfekten Harmonie des Menschen mit der Natur. Sie bewahren und pflegen seit Jahren die Ideen der traditionellen Landwirtschaft, Ernährung, Medizin und Handwerkskunst. Die dafür notwendigen tropischen Ressourcen nutzen sie nachhaltig. Die gegenwärtige Begrenzung ihrer Gebiete macht ihnen das Leben schwerer und ihre Wirtschaft hängt stark von der externen Versorgung mit zusätzlichen Gütern ab. Viele junge Menschen die hier leben finden sich zwischen zwei Welten wieder. Spanisch ist die Sprache der Regierung und der großen Städte und verhilft zu besseren Jobperspektiven. Kichwa ist die Sprache der Mütter und Väter, ihr kulturelles Erbe und Teil ihrer Geschichte.

Darüber hinaus sind viele indigene Menschen einst der Diskriminierung ausgesetzt gewesen – so auch das Volk der Kichwa. Die Regierung hat die spanisch sprechende Bevölkerung gegenüber den eingeborenen Völkern mit ihrer Politik oft bevorteilt. Viele junge Menschen in den Dörfern verlassen nun ihre Gemeinden, um arbeiten zu gehen und bessere Perspektiven in den großen Städten zu finden. Die einzige Möglichkeit, um ihre Lebensart dennoch zu schützen besteht darin, die gelernten Traditionen weiter zu pflegen. Genau wie die Umwelt benötigen somit auch die indigenen Völker Schutz und Hilfe.

Die Tamandua Eco Lodge ist Teil einer großen Initiative, tief im Dschungel des Regenwalds im Amazonasgebiet von Ecuador gelegen. Hier befindet sich das Gebiet der Kichwa. Die wunderschönen Holzhäuser für die Volontäre befinden sich umgeben von einer Fläche von 125 Hektar geschützem Regenwald. Die Kichwa kümmern sich hier um die Freilassung von Tausenden von geretteten Tieren und die Freiwilligen unterstützen sie dabei. Ganz nebenbei erleben sie dabei die magische Atmosphäre des Regenwalds. Weit weg von der hektischen Gesellschaft öffnet es die Augen dafür, wo unsere Wurzeln liegen. Wenn die Volontäre am Morgen durch die großen Fenster blicken und der Tag im Regenwald beginnt wird dieses spätestens bewusst. In dieser Umgebung gibt es kein W-LAN und darüber hinaus nur 2 – 3 Stunden Elektrizität am Abend. Als Freiwilliger verbringt man hier seine Nacht in der Natur, wie das Volk der Kichwa. In einer Hängematte bei Kerzenlicht liegen oder am Feuer singen und nach den Sternen schauen wird hier eine außergewöhnliche Erfahrung und das Handy kann ohne große Traurigkeit für eine Zeit zur Seite gelegt werden.

Der Tag als Volontär startet mit einem herzhaften Frühstück. Danach startet die Arbeit an der Seite der Kichwa. Dabei wird unterstützt, wobei Hilfe benötigt wird. Das können Errichtungs- und Renovierungsarbeiten, z. B. von Wegen, sein oder aber auch das Anpflanzen von neuen Gewächsen, Gemüse, Obst etc. Während des Mittagessens kann man dann die Wildtiere beobachten und so in einer besonderen Atmosphäre ausspannen. Die Abende im Regenwald sind dem Thema „Kultur der Kichwa“ gewidmet. Lokale, magische Orte inmitten des Regenwalds werden besucht, man lernt wie und was man in der Natur kocht, nimmt Teil am Kunsthandwerk wie z. B. bunten Ketten fertigen und töpfern, lernt lokale Tänze und Jagdtechniken. Ein Tag im Leben der Kichwa ist immer gut gefüllt und es gibt in Summe eine Menge Kulturtechniken, die man von ihnen erlernen kann.

Ein Tagesablauf wird so aussehen:

7:30 – 8:00 Uhr: Frühstück

8:00 – 12:00 Uhr: Volontärtätigkeit
Unterstützung bei Erhaltungsarbeiten im Regenwald. Das heißt z. B. Materialien mit befördern helfen, Wege ausbauen, Anpflanzungsarbeiten.

12:00 – 14:30 Uhr: Mittagessen und Pause
Das Mittagessen wird um 13:00 Uhr gereicht. In der freien Zeit kannst du relaxen und die Natur genießen. Es gibt viele Kolibris und Vogelarten, die du hier beobachten kannst.

14:30 – 17:00 Uhr: Kulturelle Aktivitäten.
Als Gruppe nehmt ihr an unterschiedlichen Aktivitäten teil, der Plan variiert jeweils. Dabei sein können Aktivitäten wie Wasserfälle besuchen, Früchte im Dschungel sammeln und mit diesen kochen, Handwerksarbeiten wie Armbänder und Ketten herstellen, Töpferei, lokale Tänze erlernen, Touren und Tierbeobachtungen während der Nacht, erlernen von Jagdtechniken, etc.

Als Freiwilliger verlässt man dieses Projekt mit einem tiefen Verständnis für die Kultur und das Leben der Kichwa. Man versteht, dass die Auseinandersetzung mit indigenen Kulturen ermöglicht, über die Vergangenheit zu reflektieren und so eine stärkere und nachhaltigere Zukunft zu formen. In Gegenden wie Tamandua gelingt es, das Volk der Kichwa erfolgreich in moderne Erhaltungsmaßnahmen zu integrieren. Und man lernt auch, dass der Schlüssel zur Erhaltung biologischer Diversität vor allem auch darin liegt, die kulturelle Diversität zu schützen.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du im Projekt in Südamerika helfen kannst, schau dir unser Südamerika Explorer Programm an.

"Ich möchte alle Geschichten meiner Vergangenheit kennen lernen um diese der Welt mitzuteilen."
Yadira Aguinda,
Bellavista Community
Kichwa Speaker