Volunteering-Projekte für Elefanten in Thailand

Ein absolut wichtiges Tierschutzprojekt befindet sich in Thailand! Hier geht es um die Betreuung von Elefanten, die aufgrund ihrer Lebenssituation ganz besonderer Fürsorge bedürfen. Die betroffenen Tiere wurden entweder für die Entertainmentbranche ausgebildet, sind alt und krank geworden, haben körperliche Einschränkungen oder wurden illegal gehalten. Die benötigte Fürsorge erhalten sie in sogenannten "Elephant Sanctuaries".

Welche Geschichten stecken dahinter?  Hier ein Beispiel aus der Entertainmentbranche:


Viele Touristen nutzen vor Ort gern Angebote, die sie in Kontakt mit Elefanten bringen. Das ist ja auch durchaus verständlich. Die Tiere sind wunderschön anzuschauen, haben ein majestätisches und gemächliches Auftreten und diese aus unmittelbarer Nähe zu sehen, anzufassen oder sogar auf ihnen reiten zu können ist sicherlich reizvoll. Eben dieser Ritt aber oder auch beispielsweise der Besuch einer Show findet nicht und kann auch nicht mit Blick auf das Wohl der Tiere stattfinden.


Man kann dies eigentlich schon erahnen, wenn man sich überlegt, wie Elefanten normalerweise leben und sich in freier Wildbahn bewegen - dies entspricht nicht ihrer Natur. Was allerdings besonders dramatisch und verstörend hinter den Kulissen ist, liegt in der Härte der Methoden, mit denen diese zur Mitarbeit dressiert und somit gezwungen werden, wie World Animal Protection in seinem "Checking out of cruelty"-Report ausführt. Um einen Elefanten dazu zu bringen, auf Anweisungen direkte Folge zu leisten, muss ihr Wille zunächst einmal gebrochen werden – und zwar auf sehr brutale Weise. Dies geschieht besonders effektiv, wenn das schon Jungtiere lernen, die somit zusätzlich auch noch früh von ihrem Muttertier getrennt werden. Diese Trennung von der Mutter und auch alle dann folgenden Prozeduren sind höchst traumatisierend – sowohl physisch als auch psychisch. Ohne die Einwirkung von grober Gewalt kann ein Elefant nicht dazu gebracht werden, auf Anweisungen zu reagieren und sich diesen zu beugen. Somit werden diese Methoden auch in ihrer weiteren Zukunft und in ihrem "Arbeitsalltag" fortgesetzt. Die Tiere sind permanentem Stress, der Angst vor physischen Sanktionen sowie einem Leben fernab ihrer eigentlichen Natur ausgesetzt. Mangelnder Auslauf und auch eine mangelnde Versorgung machen die Tiere darüber hinaus permanent anfällig für Krankheiten. Ohne Fürsprecher kann sich ein Elefant, der unter diesen Bedingungen leben muss, nicht aus diesem Leben befreien.


Ein zusätzliches Problem ist, dass es keine ausreichenden Tierschutzgesetze gibt, die die Elefanten ausreichend schützen und mit Erfolg angewendet werden könnten. Tragisch ist, dass auch deren Ausbilder oft aus Mangel an Bildung und in Folge dessen dem Mangel an alternativen Jobs in diese Branche eintreten. Um diesem Problem entgegen zu treten geht es also zum einen darum, die Elefanten aus dieser Situation zu befreien und in ein artgerechtes Leben soweit es ihnen möglich ist zurück zu bringen und gleichzeitig ihren Ausbildern Fortbildung und Alternativen aufzuzeigen, sodass sie nicht auf diese Art von Jobs angewiesen sind.

Eine Zufluchtsstätte sind "Elephant Sanctuaries". Hier werden betroffene Tiere artgerecht betreut. Sie können in eine natürliche Umgebung zurückkehren, für ihr Wohl wird gesorgt und ihr natürliches Verhalten kann - soweit es den Tieren möglich ist - wieder zu Tage treten. Tätigkeiten, die während der Zeit anfallen und die den Tieren helfen bestehen in der Futterzubereitung und Fütterung der Tiere, der Beobachtung ihres Verhaltens oder auch Wartung der Anlage, in der sie sich aufhalten. Bei diesen Tätigkeiten kann man die Tiere sehen und gleichzeitig in ihren täglichen Bedarfen unterstützen. Während des Tages bewegen sich die Elefanten frei in diesem Sanctuary während sie dann zur Nacht hin in Richtung der umliegenden Wälder gebracht werden. Um das Thema wirklich näher zu betrachten und als Freiwilliger zu verstehen wird diese Problematik vor Ort auch oftmals noch im Gespräch aufgegriffen und Volontären vermittelt.


Abschließend muss man sagen, dass nichts dagegen spricht, sich diese Tiere aus der Nähe anschauen zu wollen. Essentiell wichtig ist es jedoch, sich dieser Problematik bewusst zu sein und nach wirklich tierfreundlichen Möglichkeiten zu suchen. Als grundsätzliche Regel zur Orientierung, die World Animal Protection in ihrem oben-genannten Report vorschlägt, gilt: "If you can ride it, hug it or have a selfie with the wild animal, the chances are it’s a cruel venue. Don’t go."